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Seminarübergreifende Informations- und Fortbildungsveranstaltung des ZfsL Duisburg mit Prof. Dr. Michael Urban

„Inklusion – was jede Lehrkraft können und wissen sollte– Herausforderungen und Perspektiven für die Lehrerbildung im Vorbereitungsdienst.“

Am 28.11.2013 begrüßte der leitende Direktor des ZfsL Duisburg Manfred Guder alle Fachleiterinnen und Fachleiter der Seminare Grundschule, Gymnasium & Gesamtschule, Berufskolleg und sonderpädagogischer Förderung und wies in seiner einleitenden Ansprache auf die Annahme und Verabschiedung des 9. Schulrechtsänderungsgesetzes zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen hin, in dem der gemeinsame Unterricht von Menschen mit und ohne Behinderung als Regelfall in NRW verankert wird (01.08.2014). Manfred Guder stellte die Bedeutsamkeit der Thematik im Rahmen eines integrativen Schul- und Bildungssystems heraus sowie die Notwendigkeit das Entwicklungsziel Inklusion in der Schule über vielfältige Einflussnahmen und Entwicklungsprozesse als festen Bestandteil einer nachhaltigen Lehrerausbildung zu verstehen. Im folgenden Impulsreferat ging Prof. Dr. Michael Urban von der Goethe Universität Frankfurt am Main, Fachbereich Erziehungswissenschaften, zunächst auf grundlegende Zielsetzungen des Transformationsprozesses zu einem inklusiven Schulsystem ein, wie Gewährleistung und Befähigung zu subjektiver, gleichberechtigter Teilhabe aller Menschen in allen Lebensbereichen und Einbeziehung in die Gesellschaft. Dabei betonte er bezogen auf das Bildungssystem eine Maximierung von Förderung und Kompetenzaufbau, eine Optimierung der Unterstützung und Entwicklung individueller Schülerleistungen in einem zieldifferenten und binnendifferenzierten Unterrichten und Arbeiten an allen Schulen. Zur Bewältigung von Herausforderungen und Gestaltungsaufgaben sieht er im Prozess zur Schaffung inklusiver Strukturen und Systeme die Notwendigkeit einer hohen Ressourcenbereitstellung, die eine adäquate Realisierung von entsprechenden Organisations- und Kooperationsmaßnahmen (z. B. Schulen, Universitäten, Zentren für Lehrerbildung, kommunalen Einrichtungen, etc.), die eine umfassende Schulentwicklung (u. a. Schärfung von Bewusstsein, Werthaltungen, Einstellungen, etc.), eine qualifizierte Aus- und Fortbildung der Lehrerrinnen und Lehrer (sonderpädagogische Kenntnisse, heterogenitätssensible Diagnostik und Methodik, multidisziplinäre Teams, etc.) sowie eine sächliche, räumliche und personelle Ausstattung erfordert. Prof. Urban räumte im anschließenden Meinungsaustausch mit den Kolleginnen und Kollegen des ZfsL Duisburg ein, dass mit Problemen und Widrigkeiten bei der geforderten Umsetzung und Realisierung einer inklusiven Schule zu rechnen sein wird, die für alle Bedürfnisse und alle Beteiligten entsprechende Lösungen bieten soll. U. a. wurde kritisch-konstruktiv über die Sicherstellung der erforderlichen Rahmenbedingungen und Ressourcenausstattung, über Arbeitsbedingungen der Lehrerinnen und Lehrer und die Lern- und Leistungsbedingungen der Schülerinnen und Schüler im Spannungsfeld von Individualisierung und Standardisierung debattiert.

Allen Anwesenden ist deutlich geworden, dass die Ausbildung zukünftiger Lehrerinnen und Lehrer in erster und zweiter Phase inklusionsorientiert umgesetzt und in der Seminararbeit erziehungswissenschaftlich und fachdidaktisch angepasst und gestaltet werden muss. Das ZfsL Duisburg hat sich auf den Weg gemacht Schritt für Schritt die Herausforderungen der UN-Behindertenrechts-konvention anzunehmen und sich den notwendigen Handlungsfolgen und Gestaltungsaufgaben der Prozessentwicklung eines inklusiven Schulsystems zuzuwenden und im Ausbildungskonzept zu verankern.

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