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Wenn Adler und Fuchs ihre Wege beim Speed-Dating kreuzen…


…dann kann es sich dabei tatsächlich um eine Fachleiterfortbildung des ZfsL Duisburgs der Kolleginnen und Kollegen des Seminars für Berufskollegs handeln. So, oder so ähnlich, könnte nämlich ein Motto der Fortbildung vom 22. und 23. November 2016 in Wesel zum Züricher Ressourcen-Modell (ZRM nach Storch/Krause) gelautet haben. Das ZfsL Duisburg konnte Frau Dr. Julia Weber – Geschäftsführerin des Instituts für Selbstmanagement und Motivation Zürich – gewinnen und sich von der zertifizierten ZRM-(Ausbildungs-)Trainerin in die Theorie und Praxis des psychologisch fundierten Selbstmanagements einführen lassen.

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Das Konzept fand seinen Ursprung in der Lehrerausbildung der Schweiz. Dort fokussierte manerstmals nicht primär nur Schüler, Lerninhalte oder curriculare Vorgaben sondern eine – so scheint es zumindest – vielfach vergessene bedeutsame Variable professionellen Unterrichts: Die Lehrkraftselbst. Mittels der psychoedukativen Methode des ZRM hat der Einzelne die Möglichkeit,selbsterfahrungsbasiert eigene Ressourcen zu entdecken und zu nutzen, neue Handlungsmuster zu entwickeln und diese in schwierigen Situationen abzurufen und damit insgesamt seine selbstreflexive Handlungskompetenz zu professionalisieren.

Peter Krohm, der Leiter des Seminars für Berufskollegs, hatte mit 15 seiner Kolleginnen und Kollegen intensiv die Möglichkeit genutzt, sich aktiv, intensiv, ganzheitlich, kooperativ und selbstgesteuert sowie -reflexiv mit dem Konzept des Selbstmanagements auseinander zu setzen. Aktiv, weil jeder der Teilnehmenden sein aktuelles Thema klärte und sich auf dieses auf vielfältige Art und Weise theoretisch und praktisch zwei Fortbildungstage lang einließ. Intensiv, weil nicht nur der Verstand zu nutzen war, sondern man sich auch auf seine Affektbilanz und das Unbewusste einlassen musste, um dieses mit seiner Ratio zu synchronisieren. Ganzheitlich, da neben selbstmotivierenden Motto-Zielen gemäß der Wechselwirkung von Körper und Psyche auch Micro- und Makromovements im Rahmen des Embodiments aufgebaut wurden. Kooperativ, weil man nicht nur für den Ideenkorb seine Kolleginnen und Kollegen nebst ihrer Fremdgehirne nutzte, sondern diese einen zudem bei der Aktivierung individueller und sozialer Ressourcen unterstützten. Selbstgesteuert, da die Wirkung des Selbstmanagements in hohem Maße davon abhängig war, wie intensiv man sich auf dieses einlassen wollte und konnte. Selbstreflexiv, weil der Einzelne seine Bedürfnisse und Motive näher ergründete, seinen Rubikon überqueren konnte, persönliche Primings generierte, um sein neu geschaffenes Baby-Netzwerk nicht nur ausschließlich bewusst trainieren zu können und u.a. individualisierte Wenn-Dann-Pläne erstellte, damit diese in schwierigen Situationen dabei helfen, unerwünschten Mechanismen entgegen zu wirken. Schließlich ergründete man nicht nur didaktisch und methodisch geschickt inszenierte Theorien und Coachingmethoden, sondern lernte auch fürs Leben, denn dieses kann mit der richtigen Haltung so einfach sein: Schnaps trinken und weitergehen… (diese „neue“ Schreibweise war nicht dem schweizer Hintergrund der Referentin, sondern primär der Didaktisierung der Lerninhalte geschuldet).

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Eine abschließende Bemerkung sei dem Verfasser an dieser Stelle gestattet: Faszinierend, wenn eine Fortbildung derart ganzheitlich und nachhaltig emotionalisiert, dass man beispielsweise bei einem grünen Gesellschaftsspielewürfel mit schwarzen Punkten, einem Lesezeichen mit Leuchtturmaufdruck oder einfach einem stolz strahlendem Kinde mit einem unbewusst erscheinenden Lächeln im Gesicht an seine Kolleginnen und Kollegen denken muss.

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