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"Was macht Lernen erfolgreich?"

 

 

„Was macht Lernen erfolgreich?“ – Dieser Frage widmete sich der Neurowissenschaftler Prof. Dr. Onur Güntürkün in seinem Vortrag anlässlich des 17. Bochumer Dialogs zur Lehrerbildung an der Ruhr-Universität am 15. Mai. Antworten erhofften sich auch die interessierten Referendarinnen und Referendare des Englisch-Fachseminars von Frau Eickholt-Kessel, die den Weg nach Bochum angetreten waren und mit einem gleichsam lehrreichen wie unterhaltsamen Vortrag belohnt wurden.

Ausgehend von der Kernfrage, wie das Denken im Gehirn entsteht, zeigte Güntürkün auf anschauliche Weise, welche Vorgänge beim Lernen in unseren Köpfen stattfinden und wodurch sie beeinflusst werden. Ausgestattet mit diesem Grundlagenwissen war für die Zuhörer gut nachzuvollziehen, welche Bedeutung der neurowissenschaftlichen Erkenntnis zuzumessen ist, dass Lernen immer dann stattfindet, wenn „etwas Neues passiert, das wir nicht vorhergesehen hatten, also eine Erwartungsverletztung.“ Da der Normalzustand des Gehirns das „Vergessen“ sei, sei es wichtig gerade in der Schule Lernsituationen zu ermöglichen, die eben diese „Erwartungsverletzungen“ bereithalten. Hierbei zählt: je positiver und spannender diese Lernsituation gestaltet wird, desto kleiner darf die Erwartungsverletzung sein.

Im Folgenden ging es außerdem um die Rolle des Erinnerns beim Lernen – Wiederlernen! – sowie die Bedeutung des Testens. Das Testen im Sinne eines aktiven Abrufens und Benutzens des Erlernten sei „der mächtigste Lernfaktor“. Hier stand die wichtige, unschwer auf den Bereich Unterricht und Schule zu beziehende Erkenntnis, im Mittelpunkt, dass Testsituationen, in denen der Ort des Lernens und der des Erinnerns übereinstimmen, die besten Ergebnisse hervorbringen, denn „wir lernen immer die Umgebung mit!“

Im letzten Teil des Vortrags thematisierte Güntürkün die Tatsache, dass fehlerfreies, richtiges Erstlernen nicht nur schneller ist als Umlernen, sondern auch Fehlern vorbeugt, die aus falschen Erinnerungen entstehen. Hier schloss sich dann der Kreis zu Güntürküns Eingangsworten, die den meisten Anwesenden wohl zunächst fast ein wenig bedrohlich erschienen waren: „Als Lehrer verändern wir die Gehirne der Schüler.“

Marlen Benfer, Daniela Prado

 

 

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