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Grillfeste und Elterngespräche im Ramadan?

 



Von Türöffnern und Stolpersteinen im Rahmen interkultureller Begegnungen

Workshop "Interkulturelle Begegnungen"

Auf Initiative des Arbeitskreises „Interkulturelles Lernen“ und in Begleitung von Frau Dr. Schmahl und Frau Wassenberg besuchten 13 LehramtsanwärterInnen  verschiedener Schulstandorte mit unterschiedlichen Fächerkombinationen am 3.3. 2016 das Kommunale Integrationszentrum (KI) in Duisburg. Die Begegnung mit Flüchtlingskindern und Schülern in internationalen Klassen, Auffang- und  Seiteneinsteigerklassen, das Unterrichten in multikulturellen Lerngruppen und die dadurch entstandenen Fragen nach geeigneten Unterrichts- und Umgangsformen, möglichen Integrationsmaßnahmen und Hilfestellungen wurden als zentrale Motive der Teilnehmenden genannt, dieses Fortbildungsangebot wahrzunehmen.
Unter Anleitung von Frau Leila Akhim erfolgte eine erste Sensibilisierung für „Türöffner“ und „Stolpersteine“ in interkulturellen Begegnungen durch die Zuordnung von Handlungsweisen im Schulkontext zu einer der beiden Kategorien, die eine anregende Diskussion auslöste. Ist die Einladung eines Dolmetschers am Elternsprechtag als konstruktive Hilfestellung zu werten oder als unangebrachter Zweifel an der Sprachkompetenz der Eltern? Sollte man Werte und Normen traditionell eingestellter  Eltern grundsätzlich nicht in Zweifel ziehen? Bei Unsicherheiten und in  schwierigen Situationen kann auf die Hilfe speziell ausgebildeter interkultureller Schulberater zurückgegriffen werden, sofern die Schulen nicht schon eigene Wege gefunden haben,  Rücksicht z.B. auf religiöse Traditionen zu nehmen, die sich u.a. darin äußert, dass Schulfeste wie Abschlussfeiern nicht während des Ramadan stattfinden.

Workshop "Interkulturelle Begegnungen"

Nach diesem „Warm-up“  informierten  Frau Peschke und Frau Rombeck im zweiten Fortbildungsblock über die Arbeit der Kommunalen Integrationszentren in NRW am Beispiel Duisburgs, wo 56% aller Kinder zwischen 6 und 10 Jahren (Stand 2014) einen Migrationshintergrund aufweisen.  Angesichts der stark steigenden Zahlen neu zugewanderter schulpflichtiger Kinder (2014/15: 1432 gegenüber 2612 im Jahre 2015/16) und dem Anstieg der Vorbereitungsklassen von 54 auf 81) ergibt sich ein vielfältiger Aufgabenbereich für die KI, deren zentrales Ziel es ist, „den Bildungserfolg für junge Menschen mit Zuwanderungsgeschichte zu verbessern“. Von besonderer Relevanz für zukünftige LehrerInnen an weiterführenden Schulen sind die im Handlungsfeld „Integration durch Bildung“  angesiedelten Programme zur Sprachförderung (z.B. das Projekt Förderunterricht in Hamborn, das Aletta Haniel Programm, sprachliche Potenziale im Quartier Homberg-Hochheide etc.) und – gemeinsam mit kommunalen Partnern organisierte - Fortbildungsangebote für pädagogische Fachkräfte an der Nahtstelle Primar- und Sekundarstufe I. Dazu zählen neben klassischen Themen wie „Möglichkeiten differenzierender Sprachbildung“ auch Angebote wie „Sprachbildung mit naturwissenschaftlichen Experimenten“ oder „Elterngespräche – Chancen und Schwierigkeiten“.

Workshop "Interkulturelle Begegnungen"

Darüber hinaus bietet das KI in Duisburg seine Hilfe auch bei individuellen Fragen an. Ratsuchende  LAA´ können sich per E-Mail mit ihren Anliegen direkt an Frau Beatrix Peschke wenden, die z.B. auch Materialtipps für einen sprachbewussten Unterricht geben kann. Mit der Vorstellung einer  „Checkliste zur interkulturellen Schule“ (ein Instrumentarium zur Standortbestimmung und Schulentwicklung) endete ein informativer Nachmittag, an dem einerseits die vielfältigen Herausforderungen des interkulturellen Lernens am Standort Duisburg vermittelt wurden, aber andererseits auch die Bandbreite der bestehenden Integrationseinrichtungen und Unterstützungsmaßnahmen verdeutlicht werden konnte.

Sabine Wassenberg

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